Benefits - Wer profitiert:

Zuverdienst-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

"Menschen mit Psychiatrie-Erfahrung erleben in ihrem Alltag immer wieder Ressentiments und Diskriminierungen aufgrund der Tabuisierung psychischer Erkrankungen. Tabus können durch konkrete Alltagserfahrungen reduziert oder aufgebrochen werden. Diese Erfahrungen sind im beruflichen Alltag derzeit nur begrenzt möglich, da Menschen mit Psychiatrie-Erfahrung kaum Zugang zum ersten Arbeitsmarkt haben. Diese Möglichkeit will das Projekt herstellen und damit auch einen Beitrag zur Enttabuisierung psychischer Erkrankung leisten." (Dokumentation Fachtag Zuverdienst 07. und 08. Mai 2013)
Die Beteiligung und Teilhabe am Arbeitsleben soll eine Steigerung der Lebensqualität für Zuverdienstlerinnen und Zuverdienstler bewirken. Nach häufig jahrelanger unfreiwilliger Abstinenz vom Arbeitsmarkt leisten sie durch die Beteiligung und das Dabeisein in Betrieben und Unternehmen einen wichtigen Schritt in ihrer persönlichen Entwicklung. Durch den eigenen Beitrag in einer wie auch immer gearteten Wertschöpfungskette wird das „Gebraucht-werden“ durch den eigenen Beitrag spürbar, Selbstwert und Selbstachtung nehmen durch das Erleben von und das Eingebundensein in Unternehmensabläufe zu.
Sie haben ein Interesse daran, die Tabuisierung ihrer Erkrankung zu vermindern und als normales Mitglied der Gesellschaft akzeptiert und anerkannt zu sein.

Unternehmen

Zuverdienstlerinnen und Zuverdienstler sind hochmotivierte Menschen mit zumeist guter Ausbildung. Sie haben in anderen Lebenslagen Höhen und Tiefen existenziell erlebt und gemeistert. Für die Unternehmen können sie im Rahmen von weniger als 15 Std./Woche wertvolle, fachlich versierte und sehr lebenserfahrene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf geringfügiger Basis sein.
Sofern sie eine anerkannte Behinderung haben, kann ihre Anstellung bei der Ausgleichsabgabe berücksichtigt werden. Unterstützung leistet hier der IFD.

Die Belegschaft im Unternehmen

Unsicherheit aus Unkenntnis über psychische Erkrankungen kennzeichnet häufig den Umgang mit Psychiatrie-Erfahrenen und hält die vorhandene Tabuisierung dieser Erkrankung aufrecht. Durch den direkten Kontakt im beruflichen Alltag mit den Betroffenen können Umgangsformen, Kommunikation und Zusammenarbeit selbstverständlich werden, Vorbehalte und Ressentiments können abgebaut werden. Diese Erfahrungen nehmen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit nach Hause und integrieren sie somit auch in ihren außerberuflichen Alltag.

Die Gesellschaft

"Das Konzept Zuverdienst baut Schwellen in der individuellen Lebensführung, in der Interaktion, im Umgang mit Organisationen und in gesellschaftlichen Lebensbereichen ab. Das Angebot niedrigschwelliger Beschäftigung bedeutet zudem, dass die Vielfältigkeit der deutschen Gesellschaft anerkannt wird, wovon alle profitieren können. Es stellt gleichzeitig auch neue Anforderungen an das professionelle Handeln, da "Eigensinnigkeit" sowie "Recht auf Abweichung" anerkannt und Assistenz und interdisziplinäres Handeln gestärkt werden müssen."(Dokumentation Fachtag Zuverdienst 07. und 08. Mai 2013, S. 6)